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Patientenverfügung in Zeiten von Corona

Montag, 30. März 2020

Besorgt und verunsichert werden wir vermehrt gefragt, ob eine in der Vergangenheit errichtete Patientenverfügung eine angemessene Regelung für den Fall der Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Covid-19) darstellt. Hierzu ist festzuhalten, dass fast alle Patientenverfügungen zu einer Zeit errichtet wurden, als das Corona-Virus unbekannt war. Üblicherweise würde die Erkrankung mit Covid-19, auch und gerade im Falle einer (erforderlichen) künstlichen Beatmung, unter der Formulierung „Endstadium einer tödlich verlaufenden Krankheit“ betrachtet. In der Vergangenheit haben viele Mandanten geregelt, in einem solchen Fall auf künstliche Beatmung verzichten zu wollen. Ob diese Entscheidung in Kenntnis des Krankheitsbildes von Covid-19 und Behandlungsmöglichkeiten nochmals so getroffen würde, verneint eine merkliche Zahl von Personen, die eine Patientenverfügung errichtet hatten. Grundsätzlich ist es das Wichtigste, dass in einer Patientenverfügung nur solche Regelungen enthalten sind, die dem aktuellen Willen des Verfügenden entsprechen. Ein kritischer Blick auf bestehende Patientenverfügungen lohnt sich also.

Zur Lösung des Problems stehen im Wesentlichen drei Alternativen zur Verfügung:

  1. In Kenntnis des Umstandes, dass die bisher bestehende Patientenverfügung in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 keine ausdrückliche Regelung enthält und die allgemeine Regelung zum „Endstadium einer tödlich verlaufenden Krankheit“ zu abstrakt gehalten ist, erstellen Sie eine neue Patientenverfügung unter Einbeziehung der Besonderheiten des Corona-Virus.
  2. Sie nehmen eine Ergänzung der bestehenden Patientenverfügung vor, um Ihre Vorstellungen im Falle einer Erkrankung an Covid-19 zum Ausdruck zu bringen.
  3. Auf eine Patientenverfügung verzichten Sie künftig bewusst und vernichten etwaig bestehende Patientenverfügungen. Stattdessen vertrauen Sie Ihren nahestehenden Personen, denen Sie bereits General- und Vorsorgevollmacht erteilt haben, auch bei der Entscheidung über Behandlung und Behandlungsabbruch im Fall der Erkrankung mit Covid-19.

In Kürze: Ohne taugliche General- und Vorsorgevollmacht ist eine individuell konzipierte Patientenverfügung wichtiger denn je.

Bei Bedarf beraten wir Sie gerne persönlich.